Ronnys Blog Die Antwort lautet immer noch 42

Das Ende einer Ära

17 Juli, 2018

Holger hat heute das Ende von Fernsehkritik-TV angekündigt. Ich bin im Moment noch geschockt.

Damit man das als Außenstehender vielleicht besser begreifen kann: Fernsehkritik-TV gibt es bereits seit elf Jahren. Ich selbst bin etwa vor neun Jahren darauf aufmerksam geworden (es gab damals bereits ca. 20 Folgen zu sehen) und wartete seitdem stets auf eine neue Folge. Ich habe sowohl die ersten Versuche einer Refinanzierung durch Abogebühren miterlebt und -getragen, als auch die Transformation zu einer größeren Plattform. Und auch die ganzen Rechtstreitigkeiten wie z.B. das "Scheiß RTL"-Shirt oder auch den Super Nanny-Prozess habe ich mitverfolgt.

Das Format hatte zu seinen besten Zeiten mehrere zehntausend Zuschauer und ist auch heutzutage noch der wichtigste Grund, ein Massengeschmack-Abo abzuschließen.

Als Ersatz für Fernsehkritik-TV soll ein neues Format an diese Stelle treten, das sich "die Mediatheke" nennt, ebenfalls von Holger präsentiert. Inhaltlich sollen sich dabei satirisch-kritische Elemente von Fernsehkritik-TV, als auch das Thema Internet wiederfinden. Auch Adam Wolke ist mit von der Partie.

Gerade letzteres macht mir ein klein wenig Sorgen. Adam genießt zwar in der Massengeschmack-Community ebenfalls einen guten Ruf und ist technisch außerordentlich versiert. Aber ich habe mit seiner Art, Dinge zu präsentieren so meine Schwierigkeiten. Es wirkt auf mich einfach, wie das ständige Bemühen, witzig sein zu wollen. Das hat funktioniert, als Adam noch Sidekick bei Netzprediger war - da haben andere  Entertainer die Akzente gesetzt und er ergänzte dazu einen eher emotionslosen, aber doch humorvollen Kontrast.

Ich werde mir die Änderungen in jedem Fall in Ruhe zu Gemüte führen und erst dann entscheiden, ob und wo ich konkrete Kritik üben werde.

Update: Im Forum hat es wohl kräftig gehagelt - Es ist für mich das erste Mal, solche Entgleisungen von Alsterfilm-Mitarbeitern untereinander zu lesen...

EU-Leistungsschutzrecht

26 Juni, 2018

Wer in den letzten Tagen die Medien ein wenig verfolgt hat, wird den Beschluss zur Einführung des Leistungsschutzrechts schon mitbekommen haben.

Meine Prognose: Wir werden in absehbarer Zeit wieder Bücher mit Linksammlungen kaufen können - so wie es in den 90ern war.

Sobald die Verleger merken, dass sich Google selbst auf EU-Ebene nicht erpressen lässt und das News-Angebot einfach komplett abschaltet und die Verleger komplett auslistet, werden diese auf Link-Jagd bei kleinen Seitenbetreibern gehen - um wenigstens ein wenig Kohle aus dem Gesetz zu ziehen.

Eine der wenigen sicheren Wege, dann noch Links zu verbreiten wird dann nur noch die gedruckte Variante sein, da diese von dem LSR nicht erfasst wird.

Ich wette um einen Kasten Bier, wer hält mit?

Holzgriffe am Grill

14 Juni, 2018

Bei meinem alten Grill sind die Holzgriffe altersbedingt abgefallen. Glücklicherweise haben wir zwei Haselnussbäume im Garten, die eh weg mussten.

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Zwei Holzstücke passend zurecht schneiden, an den richtigen Stellen Löcher bohren. Anbringen - und schon kann ich den Grill noch ein paar Jahre weiter verwenden :)

Von unpassenden Erwartungshaltungen und fehlendem Einfühlungsvermögen

08 Juni, 2018

Ich bin frustriert. Meine Jüngste ist traurig.

Zu Beginn des Schuljahres kam die Frage nach einer Abschlussschulfeier auf und die Elternvertretung und einige engagierte Eltern haben sich zusammengetan, um etwas auf die Beine zu stellen. Ich gebe gern und offen zu, dass ich mich bei solchen Gelegenheiten eher selten freiwillig melde - daher will ich hier auch gar nicht die Planung an sich kritisieren.

Im Rahmen der Planungen wurde uns erzählt, dass die Abschlussfeier in einem (ohne Auto) schwer erreichbaren Vorort stattfinden soll und dass eine Übernachtung in Zelten geplant wird. An einem Elternabend zu Beginn des Jahres sollten sich alle Eltern eintragen, etwas zu der Feier in Form von Sachspenden beizutragen (Servietten, Ketchup, Wasser, solche Sachen eben)

aber dennoch:

Vor etwa einen Monat haben wir einen Brief erhalten, in dem uns unter anderem mitgeteilt wurde, dass bei der Übernachtung erwartet wird, dass ein Elternteil über Nacht mit vor Ort bleibt.  Da die Schlafplätze aber für die Kinder organisiert sind, sollen die übernachtenden Eltern ein eigenes Zelt mitbringen. 

An der Stelle wirds dann für uns haarig: Wir hatten uns ursprünglich überlegt, dass wir mit Fahrrad anreisen - wir haben kein Auto und hätten uns sonst eins mieten müssen (=kostet Geld). Da ein Zelt mitzubringen wäre, geht das mit dem Rad nicht mehr. Darüber hinaus haben wir nicht mal ein eigenes Zelt (=kostet noch mal Geld). Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass man diese Probleme hätte klären können. Aber ganz ehrlich: wenn offensichtlich davon ausgegangen wird, dass jeder wie selbstverständlich ein Auto zu haben hat und ein Zelt im Keller zu haben hat, verging mir dann doch die Lust, hier um Unterstützung zu bitten. Vor allem, da diese im Vorfeld überhaupt nicht angeboten wurde (ihr kennt das: "Wir planen x, kostet y, falls das jemand nicht zahlen kann, melde dich bitte bei z, dann finden wir da schon eine Lösung", sowas halt)

Zusätzlich zu diesem Schreiben sollten wir mit angeben, mit wie vielen Leuten wir die Feier besuchen wollen, und ob mit übernachtet wird, wie viele zum Frühstück da sein werden. Da wir unserem Töchterchen den Spaß an der Feier nicht nehmen wollten, haben wir drei Erwachsene  (Meine Frau, mich, unseren erwachsenen Sohn)  und zwei Kinder angemeldet, wenngleich wir die Übernachtung aus den oben genannten Problemen heraus abgelehnt haben.

Dass unsere Jüngste nicht an der Übernachtung teilnehmen durfte, war schon ne üble Nachricht für sie, aber sie war froh, wenigstens am Nachmittag und am nächsten Morgen mit dabei sein zu dürfen...

Heute haben wir ein zweites Schreiben erhalten: Wir wurden aufgefordert, zusätzlich zu den zuvor abgeklärten Sachspenden(!), einen Unkostenbeitrag von 12 Euro pro Erwachsenen und 8 Euro pro Kind zu begleichen.

Da blieb mir erst mal die Sprache weg. Mir war vorher schon klar, dass ich wohl noch ein paar Euro in die Abendkasse zahlen werden müssen (Bratwürstchen, vielleicht was zu trinken), aber dass es pauschal fünfzig Euro sein sollen, fand ich dann doch hart. Dann habe ich den Fehler gemacht und weiter gelesen:

Bitte überweist das Geld bis spätestens zum 15.06.2018 (ansonsten könnt ihr leider nicht an unserer Abschlussfeier teilnehmen, was sehr schade wäre!)

Kurz: Wenn du nicht zahlst, darf dein Kind überhaupt nicht an der Abschlussfeier teilnehmen. Auch nicht am Nachmittag.

Da soll mal jemand seiner eigenen Tochter erzählen, dass man nicht bereit ist, solche Preise zu bezahlen. Aus meiner Sicht ist das Erpressung. Vielleicht keine strafbare. Macht es aber auch nicht besser.

Ich meine, wir wurden vorher gefragt, ob wir an der Übernachtung teilnehmen - was wir aufgrund des fehlenden Zeltes schon ablehnen mussten. Ein nicht unerheblicher Teil an Essen und Getränken kommt in Form von Sachspenden zusammen. Falls überhaupt, hätten wir jeder eine Bratwurst verdrückt, den Alkohol für die Eltern hätten wir nicht angerührt (wir wären ja immer noch mit Fahrrädern dort und müssten am Abend in der Dämmerung mit zwei Kindern über Land zurück fahren(!)). Wofür sollen wir über 50 Euro bezahlen?

Um das ganze noch zu toppen, wurden wir abschließend in dem Schreiben gebeten, dass falls wir doch nicht erscheinen, wir doch bitte wenigstens die Sachspenden abgeben.

Das war dann der Tropfen, der für mich das Fass zum überlaufen brachte und ich mich entschieden habe, meinem Frust in Form dieses Blogeintrags freien Lauf zu lassen.

Ich möchte an dieser Stelle noch mal klar stellen: Dass der ganze Spaß Geld kostet ist hier nicht der Punkt, sondern dass die Art wie hier kommuniziert wurde, Menschen benachteiligt, die es nicht dicke in der Kasse haben. Ich stelle mir gerade eine Familie vor, die von Hartz IV abhängig ist und sich das alles in der Form gar nicht leisten kann.

Als ich der Jüngsten meine Beweggründe erklärte, warum sie wahrscheinlich nicht zur Abschlussfeier darf, hat sie geweint. Das ist echt scheiße, wenn man seinem Kind so etwas antun muss, aber für mich ist das eine Frage des Prinzips - da gehe ich lieber mit meinem Töchterchen für einen Tag auf den Kettler Hof...

Kleinparteien werden von der Europawahl nahezu ausgeschlossen

07 Juni, 2018

Das gibt es doch einfach nicht - da hat die deutsche Bundesregierung tatsächlich auf EU-Ebene durchgedrückt, dass eine Sperrklausel für Parteien mit niedrigem Stimmengewicht eingeführt wird.

Wie unverschämt können SPD und CDU/CSU eigentlich noch werden?

Ein Wahlergebnis (ganz gleich, ob es nur um die Neubesetzung eines Stadtrats oder eben auch um ein Landes- oder EU-Parlamanent geht) ist immer Ausdruck des politischen Willens der Wähler. Diesen Willen möglichst unverfälscht abzubilden muss daher als direkter Auftrag der Demokratie an seine Institutionen verstanden werden.

Natürlich ist es schon eine politische Aussage, wenn eine Partei Wahlstimmen erhält - selbst wenn es nicht für einen Sitz im Parlament ausreicht. Und gerade Deutschland ist ein Paradebeispiel dafür, dass eine Sperrklausel sinnvoll sein kann.

Doch hat das europäische Parlament in den vergangenen Jahrzehnten trotz fehlender Sperrklausel sehr gut funktioniert. Und selbst eine Kleinstpartei kann in einem Parlament mehr bewegen als nur durch ein einmaliges Wahlstatement. Wer das bezweifelt, sollte sich mit dem Wirken von Martin Sonneborn im Europaparlament noch mal beschäftigen.

Wenn unsere lieben Volksparteien in der Zukunft wieder ernst genommen werden wollen, sollten sie sich mal so langsam mal wieder darauf konzentrieren, den Wählerwillen besser abzubilden. Für heute habe ich wieder mal den Tee auf.... :(

Befristungen im Staatsdienst

04 Juni, 2018

Das ist schon erstaunlich, dass die Bundesregierung der Wirtschaft eine Quote von 2,5% an befristeten Beschäftigten vorgeben möchte und zugleich selbst etwa 80% ihrer Mitarbeiter nur befristet beschäftigt.

In den Kommentaren wird vermutet, dass das Ziel des FDP-Abgeordneten ist, die Befristung für Unternehmen wieder ausweiten zu dürfen. Ich halte es für sinnvoller, wenn der Staat endlich wieder mehr Verantwortung für seine Angestellten übernimmt und auf Befristungen verzichtet...

Überschriften, Clickbait, Heise...

31 Mai, 2018

Wenn selbst der Spiegel einen weniger reißerischen Artikel hinbekommt als Heise, wird es mal wieder Zeit, über seinen Konsum von Heise nachzudenken.

Heise, was ist nur aus dir geworden?

Seite Mitte 2003 bin ich nun regelmäßig in deinem Portal unterwegs und habe bei dir immer einen guten Überblick über die gegenwärtig wichtigen Themen im IT-Umfeld gefunden. Auch habe ich oft erst durch euch über neue Technologien erfahren, die für meine tägliche Arbeit relevant sein könnten.

Seit einem öffentlich ausgetragenen Streit mit einem eurer Redakteure, bei dem es um das korrekte Zitieren aus Quellen geht, habe ich ein Stück weit meinen zuvor blinden Glauben an euer Portal verloren. Ich habe mir eine Weile lang danach die weiteren Artikel des gleichen Autors angesehen und habe für mich den Eindruck gewonnen, das dieser schlicht nur eine Abneigung gegen Ubuntu hat und daher einfach nicht unvoreingenommen über dieses Thema schreiben kann. Das wird dieser Mensch auch von sich selbst wissen, auch wenn er das in der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht zugeben würde. Aber warum darf er dann Artikel in eurem News-Portal darüber schreiben? Das er Ubuntu nicht leiden kann, sollte doch zwischenzeitlich mal aufgefallen sein, oder?

Seitdem wünsche ich mir, dass man schon in der News-Übersicht erkennen kann, von wem ein Artikel stammt. Dann könnte man mit sowas wie Greasemonkey und ähnlichen Werkzeugen einfach den problematischen Redakteur ausblenden. Die Redaktion von Heise wird seine guten Gründe haben, genau das nicht anzubieten.

Immer öfter sehe ich seitdem in den Foren den Vorwurf des Clickbaits. Selbst Fefe hat inzwischen so seine Schwierigkeiten mit euch.

Euer Printmagazin habe ich mir seit über einem Jahr nicht mehr gekauft. Und zu meiner Überraschung musste ich feststellen: Es fehlt mir nix! Ich fühle mich nicht uninformierter und habe zugleich eine schöne Menge Geld eingespart.

Deshalb mein Apell an euch: Werft nicht die Flinte ins Korn und fangt endlich wieder damit an, ordentlich recherchierte Artikel zu liefern. Ich brauche euch nicht als Transportunternehmen für eure Meinungen, sondern als Lieferant für Fakten und Neuigkeiten. Meine Meinung möchte ich mir ohne Vorgabe selbst bilden können.

Noch gibt es Hoffnung, an der solltet ihr anknüpfen. Dann könnt ihr wieder zu dem werden, was ich als Leser jahrelang an euch geschätzt habe.

DSGVO

29 Mai, 2018

Die letzten zwei, drei Wochen waren ja alle ein klein wenig panisch, dass mit der neuen DSGVO sich alle möglichen Webseitenbetreiber einer Millionenstrafe aussetzen.

Zumindest für kleine, private Seitenbetreiber dürfte das Risiko überschaubar bleiben - Golem hat dazu einen relativ guten Artikel veröffentlicht. Wer natürlich versucht, seine Webseite mit Hilfe von Werbebannern zu unterstützen, oder Social-Interaction-Schaltflächer oder gar Kommentare bei sich zulässt, der hat jetzt natürlich ein wenig Aufwand zu betreiben.

Ich war selber sowieso nie ein großer Freund vom Datensammeln - diese Sammlungen verbrauchen Speicherplatz und andererseits wüsste ich damit nicht mal etwas anzufangen. Verkaufen käme für mich nicht in Frage und großartig Analysen betreibe ich auch nicht. Dieser Blog soll lediglcih ein Portal für meine Meinung darstellen und evtl. noch Gegenstimmen zu Wort kommen lassen. Auch wenn bisher keine Gegenstimme kam ;).

Was bleibt ist die Datenerhebung, die Hetzner zwecks Analysen vornimmt. Nach eigenem Bekunden werden mir als Seitenbetreiber die Daten aber auch nur ohne Personenbezug (pseudonymisiert) zur Verfügung gestellt.

Von daher werde ich diesen Blog online lassen, habe jedoch eine Datenschutzerklärung hinzugefügt, die auf den Hetzner-Teil hinweist.

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